Google möchte Internet-Diskussionskultur retten

Google möchte Internet-Diskussionskultur retten

Viele Diskussionen im Netz werden durch Beleidigungen ungenießbar. Es scheint, dass eine Google-Tochter die Lösung gefunden hat. Eine spezielle Software soll den Müll aus Kommentarspalten saugen.

Oft passiert es, dass Trolle andersdenkende vertreiben und somit die Diskussion töten. Moderatoren kommen mit Löschungen und Freigabe von Beiträgen kaum hinterher. Jigsaws Lösung: Eine spezielle Software „Perspective“ soll die schlechten Kommentare automatisch aussortieren und erkennen. Die Software soll beim Kampf gegen Pöbler und Trolle helfen. Giftige Kommentare werden automatisch identifiziert und entfernt.

Das Jigsaw-Projekt möchte die Diskussionskultur im Internet verbessern. Auf den großen Plattformen YouTube, Twitter und Facebook greifen persönliche Bedrohungen und Hetze um sich, auch in den Kommentarspalten verschiedener Medien entgleitet die Diskussion schnell und oft. Zuletzt haben auch einige Staaten und politische Bewegungen das systematische Trollen zur Durchsetzung ihrer Interessen entdeckt.

Die Idee bei Jigsaws Perspective: Die Software gibt jeden Kommentar einen Giftwert von 0-100. Durch diese Einordnung sollen Medien, die Perspective nutzen, entlastet werden.

Medien sind überlastet
Medienhäuser haben ein Riesenproblem: Nur bei der „New York Times“ überarbeiten etwa 20 Moderatoren täglich rund 20.000 Leserkommentare. Benutzer wird jeder fünfte Artikel für Diskussion freigeschaltet, da das Aufkommen zu groß geworden ist. Einige Medien haben die Kommentarfunktionen ganz abgeschaltet.

Jared Cohen, der Leiter von Jigsaw, sagt: „Wir möchten ein gesünderes Internet“. Ist eine solche Software stark genug, um mit Trollen zu kämpfen? Cohen behauptet, dass man immer noch am Anfang ist und mit Fehler muss man rechnen.

Kann die neue Software schlauer als Trolle sein?
Die Grundlogik des maschinellen Lernens wird betont: Je mehr Informationen überarbeitet würden, desto besser wird die Software. New York Times möchte die Software weiter einsetzen. In der Zukunft könnte eine deutschsprachige Version folgen.

Bislang haben sich Trolle geschickt erwiesen, Verbote und Sprachregeln auszutricksen und zu erkennen. Ironie und indirekte Beleidigungen sind schwer zu erkennen. Man soll erst einmal abwarten, um zu erfahren, ob die Software schnell genug mitlernt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.